12.08. Gaudeamushütte und Gruttenhütte

Heute war nach dem gestrigen „Warm-up“ unsere erste harte Tour dran. Von den Werten (Höhenmeter, Länge und so) war sie gar nicht so spektakulär, schließlich ging es nur 540 Hhm hoch und runter. Und auch von der Länge her war sie mit 5 km und 2:45 h nicht sonderlich auffällig, aber – lieber Vadder – sie hatte es in sich!

Aber der Reihe nach. Wir nahmen den Bus – zum ersten Mal muss man dazu sagen. Das gestaltete sich nämlich nicht so einfach. Zunächst haben wir die Haltestelle an der falschen Straßenseite gefunden. Es war schon klar, in welche Richtung der Bus fahren musste, nur gab es auf der Seite keine ausgewiesene Haltestelle. Nur gegenüber. Seltsames Prinzip. Wir standen da also und als der Bus kam, wollte er erst nicht halten. Nach gestikuliertem Protest hat er dann doch ausnahmsweise gehalten… nur um mir klar zu machen, dass da eigentlich keine Haltestelle wäre. Wenn’s schon so anfängt…

Er hat uns mitgenommen. Im Bus selbst – zumindest wenn man sich in der Gegend nicht auskennt – verlässt man sich ja gemeinhin auf die Anzeigen/Ansagen. Als nun die von uns benötigte Haltestelle zum Umsteigen in einen zweiten Bus angezeigt wurde, stiegen wir aus. Wie sich aber herausstellte waren wir nicht an besagter korrekter Haltestelle, sondern am Parkplatz des „Bergdoktor-Hauses“. Es nervt mich jetzt schon dieses Bergdoktor-Gedöns.

Also hieß es, nach 20 min (es brauchte etwas Zeit, um klar zu werden, dass wir falsch sind) mussten wir also erstmal stramm einen 1 km zur eigentlichen Haltestelle gehen. Nun gut, das schaffen wir mit links. Von dort ging dann auch besagter Bus und zwar hoch zur Wochenbrunner Alm, unserem heutigen Ausgangspunkt.

Das Ziel war von der Wochenbrunner Alm über die Gaudeamushütte straight nach oben zur Gruttenhütte zu wandern, dort einzukehren und den Ausblick genießen und auf alternativem Pfad wieder zurück zu wandern zur Wochenbrunner Alm.

Der Weg zur Gaudeamushütte war schnell geschafft, ging zunächst über eine Forststraße und dann über den Wildererpfad etwas versteckter und wurzliger durch den Wald. Die Hütte erreichten wir nach rund 30 min.

Bis hier war allerlei Publikumsverkehr, soll heißen Wanderer, Spaziergänger, Senioren, Familien mit Kindern… Unsere Hoffnung war allerdings, dass sich das nach dieser Hütte dann erledigt hat. Es ist natürlich schon verständlich, denn die 30 min Anstieg schafft man ohne Probleme und so kommen auch wenig-geübte Wanderer hier hoch.

Der Weg ab der Hütte änderte sich nun dramatisch, es ging ab jetzt auf Geröll in Serpentienen straight nach oben, steil und meist ohne Wald und ohne erkennbares Ziel. Denn es konnte ja kaum sein, das man bis da hoch musste – oder? Doch!

Aber nicht ganz. Die Kerbe oder der Sattel, den man da sieht, nennt sich das Ellmau-Tor. Ganz bis da wollten und mussten wir dann doch nicht.

Aber der Weg wurde enger und steiler und brachte uns ins Schwitzen. Hinzu kamen Kletterpassagen für einige Abschnitte, die seilversichert und mit eisernen Trittstufen und sogar Leitern versehen waren. Das war schon sehr nach unserem Geschmack!

Und daaaa mussten wir durch!

Vor uns (siehe Bild) waren Sohn und Mutter, von denen der Sohn den angrenzende Klettersteig gegangen war und Muttern kämpfte sich – wie wir – den Normalo-Weg nach oben.

Endlich geschafft! Zumindest bis hier hin – bei dieser Hitze!

Ja, das war schon eine Tortur. Aber jetzt kam die Gruttenhütte in Sicht und mit ihr die Aussicht auf ein belohnendes Mittagessen!

Die Gruttenhütte sitzt auf einem Felsvorsprung teilweise auf Stelzen.

Die Aussicht von hier oben auf das ganze Tal ist wirklich toll – und wenn man weiß, wo man schauen muss, kann man die Hütte von unten auch erkennen!

Nach ausgiebiger Pause, Rehydrierung und wirklich leckeren Käsespätzle und Kaspressknödelsuppa (was sonst?) nehmen wir den Alternativpfad abwärts zurück zur Wochenbrunner Alm.

Wäre es 10° C kühler, wäre das alles perfekt – aber in Zeiten des Klimawandels ist nicht nur der Wintertourismus in Gefahr, sondern auch die Sommer werden zu heiß für solche Touren und erst recht für noch längere und höhere, die wir ja eigentlich noch im Programm haben!

Morgen wird der heißeste Tag der Woche. Aber ich denke, nach der Hitzeschlacht von heute machen wir morgen erst einmal piano. Trotzdem: es war eine klasse Tour mit überraschenden Kletterpassagen und leckerem Essen!

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